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Kompetenz steigt nicht mit der Berufserfahrung

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© iStock: Noel Hendrickson

 

„Ich mache diesen Job seit 25 Jahren. Ich weiß, wie der Hase läuft“ – Auf viele Berufe mag diese Gleichung zutreffen. Für Führungskräfte gilt sie jedoch nicht. Das sagt Wirtschaftspsychologe Uwe Kanning im Interview mit Spiegel Online. Anfänger seien als Führungskräfte häufig besser geeignet als ihre Kollegen mit jahrelanger Berufserfahrung.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Führungserfahrung und Führungskompetenz? Das hat Uwe Kanning im Rahmen eines Assessment Centers mit 814 Mitarbeitern eines großen deutschen Unternehmens untersucht. Sein Ergebnis: Nein. In zwei Rollenspielen, einer Gruppendiskussion, einer Planungsaufgabe und einer Präsentation sollten alle Mitarbeiter ihre Führungskompetenzen unter Beweis stellen – ob mit oder ohne Führungserfahrung. Gutachter bewerteten dabei ihre Leistung in neun verschiedenen Kompetenz-Kategorien, unter anderem die Entscheidungsfähigkeit und Selbstreflexion der Teilnehmer. Das Fazit der Jury: In keiner der Kategorien schnitten die Führungskräfte besser ab als ihre Mitarbeiter ohne Führungserfahrung.

Der schwache Zusammenhang zwischen Erfahrung und Kompetenz könne am Umgang mit Feedback liegen, erklärt der Wirtschaftspsychologe. Kompetenzen könne man nur durch regelmäßige und aussagekräftige Rückmeldungen steigern. Dazu müsse man das Feedback auch akzeptieren. Denn gerne würden Fehler bei den „Grünschnäbeln“ und „Theoretikern“ gesucht, nicht aber bei sich selbst. Führungserfahrung dürfe daher kein ausschlaggebendes Kriterium bei der Besetzung einer Führungsposition sein, sagt Kanning. Genau das sei jedoch in den meisten Personalabteilungen der Fall.

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