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Social Recruiting – Personalbeschaffung der Zukunft?

Die Personalgewinnung steht großen Herausforderungen gegenüber: Demografischer Wandel, Globalisierung und Fachkräftemangel erschweren es, geeignetes Personal zu finden und an das eigene Unternehmen zu binden. Zunehmend suchen Personaler nach neuen Wegen der Personalbeschaffung. Im Zuge der Digitalisierung der Arbeitswelt gewinnt Social Recruiting, als neuartige Personalrekrutierungsmethode zunehmend an Bedeutung.

Beim Social Recruiting kommen, wie die Bezeichnung bereit vermuten lässt, soziale Netzwerke als Plattform für die Personalgewinnung zum Einsatz – ein neuer Weg, mit vielversprechenden Perspektiven. Die Bandbreite ist sehr vielfältig: Aktivitäten im bekannten Karrierenetzwerk XING, zählen hier gleichermaßen dazu, wie etwa Stellenanzeigen auf Facebook oder die aktive Pflege des Facebook-Unternehmensprofils, um die Arbeitgeberattraktivität zu erhöhen.

 

Arbeitgeber und Kandidaten sind offen für Vermittlung über soziale Netzwerke

Mit der fortschreitenden Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche, einschließlich der Arbeitswelt, erleben wir massive Veränderungen in der Kommunikation. Diese Veränderungen beeinflussen auch die Art, wie Unternehmen und Kandidaten kommunizieren.

Nach den Ergebnissen der Recruiting Trends 2016, einer empirischen Studie, bei der zahlreiche Unternehmen und Stellensuchende befragt wurden, bewerten sowohl Unternehmen, als auch Stellensuchende den Einsatz von Social Media Recruiting grundlegend als positiv. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass beide Seiten offen für diese neue Art der Kommunikation und die Vermittlung über soziale Kanäle sind.

E-Recruiting, d.h. die Personalgewinnung mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien wird im Zuge der Digitalisierung schrittweise zunehmen. Eine der vielen E-Recruiting Maßnahmen heißt Social Media Recruiting. Arbeitgeber und Bewerberkandidaten können dabei über soziale Medien über eine gemeinsame Plattform kommunizieren und interagieren. Werden Mobilgeräte hierfür verwendet, handelt es sich um „Mobile Recruiting“.

Doch sind Facebook, Twitter, XING und Co. tatsächlich als optimale Plattformen für die Rekrutierung von Mitarbeitern geeignet? Und welche Vorteile bietet Social Media?

 

11% aller Stellen über Social Media Recruiting besetzt

Die digitale Rekrutierungsstrategie, mithilfe verschiedener Social Media Kanäle die richtigen Bewerber zu finden, gewinnt in der Praxis zunehmend an Bedeutung. Die synonym auch unter Social Hiring, Social Recruitment und Social Media Recruitment Maßnahme zur Personalgewinnung ist ein relevantes Tool für viele Unternehmen mit Personalmangel und moderne, zeitgemäße HR-Abteilungen geworden.

Rund 11% aller Stellen werden über Social Media Netzwerke besetzt. Zu diesem Ergebnis kommt das Institute for Competitive Recruiting (ICR) nach Auswertung der Angaben aller befragten Teilnehmer in den IRC Recruiting Reports 2012 – 2016. Damit steht Social Recruiting an dritter Stelle hinter Stellenanzeigen in Onlinejobbörsen und Stellenanzeigen eigener Karriereseiten. Vor allem Business Netzwerke bzw. Karrierenetzwerkseiten, wie XING und LinkedIn dominieren als Rekrutierungskanäle im Bereich Social Media Recruitment.

 

Welche Vorteile bietet Social Media Recruiting?

Über soziale Netzwerke können vor allem jüngere Generationen (vorrangig die nach 1980 geborene „Generation Y“) angesprochen und erreicht werden.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Wirtschaftlichkeit. Im Vergleich zu anderen Rekrutierungskanälen ist die Personalbeschaffung über soziale Medien oft weniger kostenintensiv. Beispielsweise das Eröffnen eines Unternehmensprofils in einem sozialen Netzwerk ist kostenfrei möglich.

Besonderer Vorzug ist die Möglichkeit einer zielgerichteten Bewerbersuche: In sozialen Netzwerken können Stellenanzeigen und Inhalte anhand von geografischen Eckdaten oder bestimmten Interessen ausgespielt werden. Damit ist eine besonders kleinteilige Ausrichtung auf Ihre Zielgruppe möglich – was schlussendlich eher zum passenden Kandidaten führt.

Kurz zusammengefasst sprechen folgende Punkte für Social Media Recuitment:

  • Generation Y erreichen
  • kostengünstige Maßnahmen
  • Zielgerichtete Bewerbersuche

 

Kandidaten mit und ohne Wechselintention erreichen

Besonders von Vorteil sind soziale Medien aufgrund Ihrer breitgefächerten, nicht gänzlich eingegrenzten Ausrichtung, die Ihnen maximale Flexibilität zur Umsetzung Ihrer Rekrutierungsmaßnahmen lässt: Während Sie innerhalb von Onlinejobbörsen lediglich Kandidaten mit Wechselintention und Jobsuchende erreichen, können Sie in sozialen Netzwerken ebenfalls Kandidaten ansprechen, die sich aktuell in einem Arbeitsverhältnis befinden.

 

Den gesamten Prozess begleiten und Beziehungsaufbau fördern

So können Sie bereits vor einer tatsächlichen Wechselintention eines möglicherweise zukünftigen Bewerbers eine Verbindung zum Kandidaten aufbauen und bereits zuvor als ansprechender Arbeitgeber von sich überzeugen. Die Kommunikation und der Aufbau einer Arbeitgeber-Kandidaten Beziehung beginnt also bereits im Vorfeld. Über Facebook und Co. können Sie letztlich Talente zum Wechseln animieren.

 

Employer Branding steigern

Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist die Steigerung der Markenbekanntheit und die bewusste Gestaltung der Art und Weise, wie Sie als Unternehmen im Arbeitsmarkt wahrgenommen werden. Das sogenannte „Employer Branding“ kann über Facebook und Co. proaktiv gestaltet werden. Ein professioneller Social-Media-Auftritt trägt dazu bei, dass Sie als Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden. Ein aussagekräftiger Auftritt in sozialen Netzwerken führt zur Stärkung des Employer Branding. Insbesondere kleinere, aber auch mittelständische Unternehmen können von dieser Präsenz stark profitieren.

 

Soziale Netzwerke als Teil einer ganzheitlichen Recruiting-Strategie

Zusammengefasst bieten soziale Netzwerke zahlreiche Vorzüge, die sich teils aus der Art der Plattform und den neuen Möglichkeiten der digitalen Welt ergeben. Der Erfolg der eigenen Social Media Strategie hängt letztlich jedoch von zahlreichen Faktoren ab. Nicht jedes Unternehmen wird mit Social Hiring Erfolg haben.

Fest steht: Die Kommunikation zwischen Arbeitgeber und Kandidaten hat sich mit der Verbreitung von Social Media verändert und findet heute vermehrt auf Augenhöhe statt. Um dieser Veränderung entgegenzukommen, sollte Social Media Recruting als Teil des Bewerbermanagements verstanden und in die eigene Strategie implementiert werden.

 

Der Blick aufs große Ganze – Warum Praxiswissen so wichtig ist

Wichtig bleibt der Blick auf das große Ganze. Der vielschichtige Prozess der Personalbeschaffung, von der Ansprache potenzieller Kandidaten bis hin zur Personalakquise beinhaltet zahlreiche Teilprozesse, die nicht ohne HR-Praxiswissen und spezifische Branchenerfahrung auskommen.

Erfahrene HR-Manager und Personalberatungen mit umfangreicher Branchenkenntnis entwickeln aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrung eine auf das Unternehmen und die Branche zugeschnittene Strategie für die Ressource „Personal“. Dabei hängt die Lösung letztlich immer von den individuellen Gegebenheiten des Unternehmens ab, in welchem die Strategie schlussendlich implementiert werden soll.

Um auch in Zukunft geeignetes, qualifiziertes Personal zu finden und langfristig im eigenen Unternehmen zu halten, werden Unternehmen und HR-Mitarbeiter nicht um E-Recruiting herumkommen.

Das Rezept einer erfolgreichen Personalstrategie besteht letztlich jedoch immer aus einem individuell auf das Unternehmen zugeschnittenen Mix aus E-Recruiting und klassischen Methoden des Personalmanagements, welcher weitreichende Erfahrung und echtes HR-Wissen als Grundlage benötigt.

 

Autor

„Klaus Becker ist Geschäftsführer der Becker + Partner Personalberatung (zur Webseite: www.personalberatung-mittelstand.de) und baute 2002 die Personalberatung für den Mittelstand auf. Vor seiner Tätigkeit als Personalberater war er über 18 Jahre als Führungskraft in nationalen und internationalen Unternehmen der mittelständischen Industrie mit bis zu 1.800 Mitarbeitern tätig. Die leitenden Beschäftigungen umfassten die Bereiche Rationalisierung, Werkscontrolling und Betriebsorganisation.

Klaus Becker absolvierte nach seiner Ausbildung in der Industrie ein technisches und betriebswirtschaftliches Studium mit den Schwerpunkten Industrial Engineering und Betriebspsychologie.“

 

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