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Sturmchaos – oder: Der Beweis, dass wir den Herbst lieben

Sturmchaos - oder: Der Beweis, dass wir den Herbst liebenKlatsch! Ein riesiges Ahornblatt fegt mir ins Gesicht. Der Weg zum Büro wird zum Kraftakt gegen den Wind. Und die Frisur ist … naja, welche Frisur eigentlich? Der stürmische Herbst hat inzwischen in Deutschland Einzug gehalten. Ein paar Hochs und noch mehr Tiefs haben wir schon hinter uns. Für viele ein Grund, die Stirn in Falten zu legen und über die Ankunft der dritten Jahreszeit zu murren. Mir ist da aber neulich etwas aufgefallen: Ich glaube, wir Menschen lieben das Herbstwetter trotzdem. Man könnte fast behaupten, wir beweisen uns das immer und immer wieder selbst – jedes Jahr, fast jeden Wetterbericht aufs Neue.

Gut, es stimmt schon: So ein Tief kann uns zur Weißglut bringen. Denn in Nullkommanichts verändert so ein Herbststurm unseren ganzen Tagesablauf. Da reißt ein Baum den Strommast nieder. Die Kaffeemaschine bleibt damit aus. Dafür ist man plötzlich um die Balkonausrüstung des Nachbarn reicher – inklusive Gartenstühle und Geranien-Blumenkästen, die ihren neuen Platz vor der eigenen Haustür gefunden haben. Und natürlich die größte aller Veränderungen an einem stürmischen Tag: Die Bahn hat Verspätung – und zwar nicht wegen der gewöhnlichen „Störungen im Betriebsablauf“, sondern wegen eines „Blockierten Bahnabschnitts“. Das dürfte dann wohl wieder die Schuld eines umgefallenen Baumes sein. Aber  genug der Beispiele, Sie kennen das ja selbst. Worauf ich eigentlich hinaus will: Das sind zu viele Veränderungen für uns Gewohnheitstiere. Der ganze Tag läuft von Anfang bis Ende völlig unkoordiniert ab. Kein Wunder, dass sich der ein oder andere den Sommer zurückwünscht. Blöder Herbst!

Sitzen wir nach den Strapazen des Tages abends aber endlich vor dem Wetterbericht, bekommen wir es wieder einmal ganz deutlich gezeigt: Wir Menschen haben das Herbstwetter irgendwie trotzdem gern. Es ist vom Tief „Christian“ die Rede. Ein Tief „Didi“ soll folgen. Da frage ich mich: Wer würde denn knapp 200 Euro dafür bezahlen, etwas nach einem lieben Menschen zu benennen, was er überhaupt nicht mag? Für 2013 sind die Wetterpatenschaften für die Tiefdruckgebiete restlos ausgebucht. Ein paar einzelne Tiefs in 2014 sind noch zu haben. Scheint, als ob es insgeheim doch ein paar Herbst- und Sturmliebhaber gibt. Und mal ehrlich: Gegen einen schönen Föhn oder ein bisschen frischen Wind um die Ohren hat doch keiner etwas. Und die Gartenstühle des Nachbarn kann man für die nächste Grillparty im Sommer sicher gut gebrauchen.

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