Organisationen durch
Menschen entwickeln!

Zum Online-Shop

April, April!

Vor einigen Tagen mussten wir sie wieder ertragen: Aprilscherze. Aprilscherze sind ein lange bekanntes Übel und scheinen trotzdem nie aus der Mode zu kommen. Doch woher kommt diese Tradition eigentlich?


Worauf der Ursprung der Aprilscherze zurückgeht, ist nicht ganz klar. Im westlichen Kulturkreis gilt der 1. April als Unglückstag. Die frühen Christen dachten, dass der Teufel am 1. April besonders viele Seelen fing. Wer sich an diesem Tag bewusst zum Narren machte, galt als unangreifbar.
Andere wieder bringen den Ursprung der Aprilscherze in Zusammenhang mit dem lustgesteuerten König Heinrich IV: Er folgte am 1. April der Einladung einer jungen Dame zu einem trauten Techtelmechtel und wurde von seinem gesamten Hofstaat inklusive seiner Gattin erwartet.

Was auf religiöse oder amouröse Begebenheiten zurückgeht, ist heute zu einer regelrechten Sportart geworden. Welcher Radiosender denkt sich den abstrusesten Aprilscherz aus und bekommt dazu auch noch die größte Zahl an ungläubigen Höreranrufen? Welches Kreisblatt wartet mit der kreativsten Schlagzeile auf dem Titelblatt auf?

Sogar eigentlich eher humorfreie Vereinigungen wie der Deutsche Anwaltverein (DAV) ließ sich 2012 zu einem Aprilscherz hinreißen: „Die EU-Kommission hat eine Verordnung erlassen, wonach in der Osterwoche bis einschließlich Ostermontag kein Alkohol verkauft werden darf“, teilte dieser mit. Eine Ausnahme mache nur der Messwein bei Gottesdiensten. Selbstständige und Rechtsanwälte seien ebenfalls von der temporären Prohibition ausgeschlossen. Diese Berufsgruppen können sich in „Apotheken, Arztpraxen und Anwaltskanzleien“ mit einem Schlückchen versorgen. Na dann Prost.

Fast prophetisch erscheint uns heute ein Aprilscherz aus dem Jahre 2010: Der US-amerikanische Suchmaschinenkonzern Google wollte den europäischen Staat Griechenland übernehmen. Wie das Unternehmen am 1. April mitteilte, sei der Vertrag bereits in der vorangegangenen Woche unterzeichnet worden. Die amerikanische, europäische sowie die griechische Finanzaufsichtsbehörde hätten dem Vorhaben bereits schon im Rahmen einer Dringlichkeitsanfrage, aufgrund Griechenlands angespannter Finanzlage, zugestimmt.

Den größten Aufschrei verursachte wohl eine Pariser Zeitung im Jahr 1986. Sie schrieb am 1. April, dass der Eiffelturm abgebaut und im geplanten Euro Disneyland Resort bei Paris wieder aufgestellt würde. Auf dem alten Platz in der Stadt solle ein neues Stadion für die Olympischen Spiele 1992 entstehen. Obwohl es nur ein Scherz war, waren die Pariser außer sich. Der Turm blieb stehen und die Spiele fanden in Barcelona statt.

Aber auch Privatpersonen und Vereine scheinen am 1. April jedes Jahr aus dem Ruder zu laufen. Da trudeln am 1. April Mails ein wie „Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht die diesjährige Kaninchenschau des Kleinzuchtvereins Illingen“ oder „Diesjähriges Sommerfest entfällt aufgrund von archäologischen Grabungen auf dem Vereinsgelände “.
Dank des Fortschritts wird man auch noch in den sozialen Netzwerken in den April geschickt: so viele Schwangerschaften, Verlobungen, Studienabbrüche und Geschlechtsumwandlungen gibt es an keinem anderen Tag im Jahr – noch nicht mal an Karneval. Gute Aprilscherze sind da wirklich selten geworden – leider.

Ich denke inzwischen: Es ist langsam mal gut. Der Zwang Vieler, krampfhaft lustig zu sein und schnell etwas aus der Hüfte zu schießen, kommt nicht mehr an. Respekt aber für diejenigen, die wirklich kreative und witzige Ideen haben und diese auch professionell aufbereiten (siehe oben).
Für alle anderen: Lasst es bitte einfach. Ich kann den Kalender lesen und weiß, dass ihr nicht an den Nordpol umzieht. WIRKLICH.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2017 persolog