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Dauerpatient Bildung – Werden unsere Kinder immer dümmer?

„Dauerpatient Bildung – Werden unsere Kinder immer dümmer?“ Unter diesem Thema stand das Petersberger Wissenschaftsforum, das am 16.01.2011 im TV-Sender Phoenix live übertragen wurde (hier zum Videostream). Leider erst zu später Stunde um 22.30 h. Als Mutter eines 12-jährigen Teenagers habe ich die Talkrunde der Experten trotzdem mit Interesse verfolgt. Folgende für meine Begriffe mal erfrischend andere Aspekte sind bei mir hängen geblieben:

  • Fehler gehören zum Lernen dazu. Fehler sind eigentlich eine subjektive Logik des Kindes und sollten nicht bestraft, sondern mit dem Kind besprochen werden. Kinder sollen erklären dürfen was sie nicht verstanden haben. Dabei setzten sie sich aktiv mit dem Stoff auseinander. So findet automatisch ein Lernen statt. Die meisten Lehrer können mit Wissen umgehen, aber leider zu wenig mit Fehlern.
  • Lernen ist ein hoch individueller Prozess. Jedes Kind kann lernen, muss aber dabei individuell unterstützt werden. Die beste Lernweise ist nach wie vor: Wiederholen, Wiederholen, Wiederholen. Leider gibt es in der Schule seit der Einführung des G8 überhaupt keine Zeit mehr zum Wiederholen (auch Originalton unserer Klassenlehrerin).
  • Wir brauchen mehr gut funktionierende Ganztagsschulen oder Internate, wo Kinder selbständig lernen können und mit kompetenter Begleitung eine Kultur des Lernens entwickeln, anstatt am Nachmittag mit den Eltern und für sich allein zu Hause am Esstisch zu pauken.
  • Die emotionale Bindung zwischen Schülern und ihren Lehrern sollte nicht unterschätzt werden. Häufig lernen die Kinder nur für den Lehrer. Das könnte – richtig genutzt – den Lehrer und sein Image aufwerten.
  • Lehrer sollten den individuellen Lernstil des Kindes berücksichtigen und Kindern Lernen beibringen, z. B. geeignete Methoden. Wie einfach das geht zeigt das Programm lernen und Lehren von persolog.
  • Mein Kind hat an zwei Schultagen in 7 Stunden 7 verschiedene Fächer auf dem Stundenplan. Der Schulrucksack wiegt fast 10 kg. Man weiß aus der Hirnforschung, dass bei vielen Lerninhalten hintereinander nur das zuletzt Gelernte hängen bleibt (synaptische Prozesse). Welchen Sinn haben solche Stundenpläne?
  • Es gibt gute Wege, das G8 in den Griff zu bekommen: Priorisieren der Lerninhalte, Stoff reduzieren und über die Jahre aufeinander aufbauen, Kinderrechte in der Schule respektieren (Zeit für Pausen, Spielen, AGs, Freizeit und Erleben des Gelernten).
  • Lehrer sollten sich über den Stand der Lernforschung informieren, sich mit anderen Lehrern austauschen und ihre Lehrkonzepte aktualisieren.
  • Und die Eltern? Sagen Sie Ihrem Kind, dass Schule ein Ort ist, wo – eigentlich – Regeln und Disziplin herrschen und wo man Vieles lernen kann. Schule ist kein Ort, um Freunde zu finden, Spaß zu haben, Glück zu erleben oder gar seine Zeit abzuhängen. Machen Sie das sich und Ihren Kindern klar!

Fazit: Eine Talkrunde, die Mut machte. Der Reigen der Lehrer-Eltern-Kinder und Politiker dreht sich munter weiter und – es lohnt sich ein Blick über den Zaun, z. B. in die Schweiz.

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