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Die 9 Faktoren organisationaler Resilienz

Was Unternehmen widerstandsfähig macht

„Wir können den Wind nicht verhindern, aber wir können Windmühlen bauen.“ Wir können nicht verhindern, dass Dinge nicht so laufen, wie wir sie uns vorgestellt haben. Wir können nicht verhindern, dass manche Unternehmen bedingt durch die Pandemie vor völlig neue Herausforderungen gestellt werden oder Menschen durch die Digitalisierung ihren Job verloren haben. Und nach der Pandemie werden neue Krisen kommen. Veränderungen werden immer schneller von statten gehen. Den Wind können wir nicht verhindern. Was wir aber tun können, ist zu entscheiden, wie wir als Organisation mit diesem Wind umgehen wollen. Wir können uns von ihm umwerfen lassen, uns darüber beschweren, warten bis besseres Wetter kommt – oder aber, wir nutzen diesen Wind für uns. Wie? In dem wir Windmühlen bauen. Doch wie kann es uns gelingen, den Wind zu nutzen? Und wie können wir es schaffen die Ressourcen freizusetzten, die wir benötigen, um Windmühlen zu bauen?

Der Schlüssel liegt in der Widerstandkraft von Unternehmen – der organisationalen Resilienz.



Was verbirgt sich hinter dem Begriff der organisationalen Resilienz?

In den letzten Jahren rückt das Thema der inneren Widerstandsfähigkeit immer mehr in den öffentlichen Fokus: zum einen in der Kinder- und Jugenderziehung, zum anderen nimmt das Thema auch in der Erwachsenenbildung einen immer größeren Raum ein. Im Laufe der Zeit wurde das Wort ‚Widerstandsfähigkeit‘ mit dem Wort ‚Resilienz‘ ersetzt und wird immer populärer.

Ursprünglich stammt der Begriff ‚Resilienz‘ beziehungsweise ‚resilire‘ aus dem Lateinischen und bedeutet „zurückspringen, abspringen, abprallen“, aber auch „sich zusammenziehen, sich verkleinern, schrumpfen“. Ein verwandtes Wort, ‚resistere‘, kann mit „sich widersetzen“ oder „Widerstand leisten“ übersetzt werden. Im Englischen beschreibt „resilient“ Materialeigenschaften wie „elastisch“ oder „unverwüstlich“ und wird für die Beschreibung der Fähigkeit eines Werkstoffs verwendet, der nach einer Verformung durch Druck- oder Zugeinwirkung wieder in seine alte Form zurückzukehrt. Der Terminus veranschaulicht also die Toleranz eines Systems gegenüber internen oder externen Störungen. Ein resilientes System kann Irritationen ausgleichen oder ertragen und dabei die eigene Integrität aufrechterhalten.

Doch wie lässt sich organisationale Resilienz entwickeln?

Eine schwierige Frage, der sich auch eine Expertengruppe der International Organization for Standardization ISO gewidmet hat. Sie hat alles zum Thema Organisationale Resilienz untersucht, zusammengefasst, ausgewertet und verdichtet. Daraus ist die ISO-Norm “ISO 22317:2017 Security and resilience – Principles and attributes” entstanden.

Diese im März 2017 veröffentlichte ISO Norm bietet einen Rahmen, der Organisationen dabei unterstützt, ihr Business zukunftssicher zu gestalten, indem sie die wichtigsten Prinzipien, Attribute und Aktivitäten sowie die Evaluation der Resilienzfaktoren beschreibt. Die Norm betrachtet die Aspekte, die die Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit in einer Organisation stärken können.

Bei diesen Grundprinzipien geht es darum, Organisationen zu helfen, Rahmenbedingungen und eine Kultur zu entwickeln, die Resilienz unterstützen. Es geht auch darum, auf bestehende Formen des Risikomanagements aufzubauen, um gemeinsame Werte und ein Bewusstsein für sich verändernde Zusammenhänge zu verfügen, während es gleichzeitig durch eine starke und befähigende Führung gestützt wird.

Jede Organisation sollte ihre spezifische Antwort auf komplexe Herausforderungen individuell finden. Nichtdestotrotz ist ISO Norm eine gute Leitlinie für die verschiedenen Ansatzmöglichkeiten, um Organisation resilienter aufzustellen. Sie gibt in neun Handlungsfeldern bzw. Faktoren konkrete Empfehlungen zur Förderung organisationaler Resilienz.

Die 9 Säulen organisationaler Resilienz – Wie du deine Organisation für die Zukunft ausrüstest

Wir möchten dir im Folgenden die 9 Faktoren organisationaler Resilienz vorstellen. Wo siehst du deine Organisation?

Visionen und Ziele leben: „Start with why“ – mittlerweile hat wahrscheinlich jeder schon davon gehört, dass Unternehmen eine Vision brauchen, ein „Warum“ für ihre Existenz. Und genau das ist der erste Faktor der organisationalen Resilienz. Vision und Ziele leben bedeutet, dass eine gemeinsame Vision und gemeinsame Ziele das Denken und Handeln einer resilienten Organisation prägen. Vision und Ziele werden unmissverständlich und über alle Hierarchieebenen hinweg kommuniziert. Sie werden regelmäßig reflektiert und bei Bedarf adaptiert. Alle wissen, wo es hingehen soll, und das ist nicht nur Theorie, sondern auch Praxis.

Marktbeziehungen stärken: Eine resiliente Organisation schaut über den Tellerrand hinaus. Sie gestaltet ihren Kontext aktiv und arbeitet mit Partnern zusammen, welche dieselben Visionen und Werte teilen. Marktbeziehungen stärken bedeutet, dass eine resiliente Organisation nicht nur sich selbst, sondern auch den Kontext, in dem sie agiert, permanent im Blick behält: Kundenbeziehungen werden gepflegt, das Handeln der Konkurrenz wird analysiert, Marktentwicklungen werden erfasst und strategische Maßnahmen danach ausgerichtet. Dadurch vergrößert sich der Handlungsspielraum und Möglichkeiten zur Einflussnahme werden genutzt.

Befähigend führen: Ermutigende, unterstützende und fehlertolerante Führungskräfte, sowie eine Führungskultur, die auch in unsicheren Zeiten greift, stärken die Resilienz der Organisation. Befähigend führen bedeutet, dass Führung in einer resilienten Organisation auf Integrität, Effektivität und Vertrauen beruht. Führungskräfte werden dazu in die Lage versetzt, auch in unsicheren Zeiten handlungsfähig zu bleiben und Orientierung zu bieten. Mitarbeiter werden dazu animiert, Verantwortung zu übernehmen und aktiv am Entscheidungsfindungsprozess teilzunehmen. So wird die Basis einer Führung geschaffen, die vor allem in Veränderungen nicht nur als befähigt, sondern auch als befähigend gelten kann.

Kultur schaffen: Sich gegenseitig unterstützen, eine Fehlerkultur, Engagement für gemeinsame Werte und Überzeugungen, sowie für positive Einstellungen machen eine Organisation resilienter. Eine solche Kultur fördert die offene Kommunikation über erkannte Chancen und Gefahren, Kreativität und Innovation. Kultur schaffen steht dafür, dass grundlegende Überzeugungen und Werte in der Organisation allen bekannt sind, geteilt werden und diese fest in jedem Einzelnen verankert sind.

Wissen teilen: Sharing is caring – Wissen teilen bedeutet, dass Wissen und Informationen effektiv und systematisch geteilt werden, damit alle in der Organisation davon profitieren. So entsteht das Prinzip einer shared-best-practice, die verhindert, dass Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verloren gehen oder nur auf einzelne Bereiche der Organisation beschränkt bleiben. In diesem Sinne werden Wissen und Informationen als bedeutsame Ressource anerkannt, die durch gezielte strategische Maßnahmen geschaffen, bewahrt und genutzt wird. Die Resilienz des Unternehmens wird erhöht, wenn Wissen verteilt und angewendet wird, wo immer dies angebracht ist. Lernen voneinander und lernen aus Erfahrungen wird gefördert.

Ressourcen sicherstellen: Wir haben, was wir brauchen – Ressourcen sicherstellen bedeutet, dass eine resiliente Organisation ihre Ressourcen routinemäßig überprüft, sie kontinuierlich ausbaut und gewinnbringend nutzt. Mitarbeiter werden in ihrer Entwicklung unterstützt und dort eingesetzt, wo sie am meisten gebraucht werden. Technologien und finanzielle Mittel werden genutzt, um Arbeitsprozesse zu verbessern, Schwachstellen zu beheben und die Handlungsfähigkeit der Organisation auch dann zu garantieren, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreffen.

Interdisziplinär kooperieren: Gemeinsam wird es besser – In resilienten Organisationen sind verschiedene Management-Disziplinen handlungsfähig und werden stetig weiterentwickelt. Sie koordinieren und kooperieren miteinander und können auf aktuelle Ereignisse der Organisation gut aufeinander abgestimmt arbeiten.  Gemeinsam richten sie sich auf die strategischen Ziele des Unternehmens aus. So entsteht ein organisationsübergreifendes Netzwerk, das die Widerstandsfähigkeit der Organisation aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und unterstützt.

Kontinuierlich verbessern: Jeden Tag ein bisschen besser – Kontinuierlich verbessern bedeutet, dass eine resiliente Organisation ihre Maßnahmen und Ergebnisse evaluiert, um aus Erfahrungen zu lernen, Chancen zu erkennen und Hindernisse zu überwinden. Dabei ist die ständige Verbesserung ein Prinzip, das auf allen Ebenen umgesetzt wird. Prozesse, Strategien und Ziele werden dabei regelmäßig reflektiert, analysiert und optimiert. Transparentes Feedback gehört zum Unternehmensalltag. Jeder setzt sich mit der Frage auseinander „Wie können wir das noch besser machen?“

Proaktiv verändern: Bereit für Veränderung – eine resiliente Organisation besitzt die Fähigkeit, Veränderungen zu bewältigen und sogar vorherzusehen. Die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens wird erhöht, wenn es sich auf Veränderungen oder plötzliche und unerwartete Vorfälle vorbereite. So ist eine resiliente Organisation dazu in der Lage schnell, flexibel und agil auf Veränderungen zu reagieren oder sie gar vorauszusehen. In einer Welt, in der Veränderung die einzige Konstante ist, ist diese Fähigkeit von großer Bedeutung.

Es gibt viele Ansatzpunkte, um die Resilienz deiner Organisation zu steigern.

Willst du erfahren, wie sich diese 9 Faktoren in deiner Organisation konkret und praktisch entwickeln lassen? Dann lade ich dich ein, bei unserem 4-wöchigen Kurs Organisationale Resilienz – Wie du die Widerstandskraft von Unternehmen steigerst, der im September 2021 startet, dabei zu sein. Hier erfährst du mehr. Wenn du gerne in einem persönlichen Gespräch herausfinden möchtest, ob dieser Kurs das richtige für dich ist, dann rufe uns gerne an: 07232 36990 oder schreibe uns eine Mail an sales@persolog.com.

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