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Goldene Regeln für Trainerinnen und Trainer (Teil 1)

© iStock: GlobalStock

 

Manches wurde vor langer Zeit gelernt und sollte selbstverständlich sein. Anderes hat sich mittlerweile im Seminaralltag verändert. Führen Sie sich mit Hilfe unserer Kurzserie noch mal vor Augen, was für Trainierende als „goldene Regeln“ verinnerlicht sein sollte:

Schaffen Sie ein informelles Klima
Ein Seminar ist wirkungsvoller, wenn Sie eine persönliche Atmosphäre schaffen:

•    Sprechen Sie alle Teilnehmenden mit Namen an. Wenn Sie den Namen eines Teilnehmenden nicht wissen, fragen Sie ihn danach. Die meisten Menschen fühlen sich geschmeichelt, wenn man Interesse an ihrem Namen zeigt.

•    Anstatt vor der Gruppe zu stehen, können Sie (je nach Situation) versuchen, in Augenhöhe der Teilnehmenden zu sitzen (z. B. indem Sie sich auf einen Stuhl setzen, jedoch nicht hinter einen Tisch). Eine informellere Haltung hilft Ihnen und den Teilnehmenden, sich zu entspannen. Vermeiden Sie Barrieren zwischen sich und der Gruppe.

•    Sitzen, stehen und laufen Sie ganz bewusst, je nachdem, an welcher Stelle des Seminars bzw. der Diskussion Sie gerade sind. Die veränderte Körperhaltung des Trainierenden steuert die Gruppe.

•    Mit Humor bricht man das Eis am leichtesten. Falsch eingesetzt, kann der Schuss aber auch nach hinten losgehen. Es ist meist besser, Humor gegen sich selbst einzusetzen als gegen andere. Wenn Sie über sich selbst lachen können, ohne zu selbstkritisch zu erscheinen, verfügen Sie über ein wertvolles Instrument zur Entspannung der Gruppe.

•    Augenkontakt ist besonders wichtig für einen neuen Trainer, aber oft tun sich sogar erfahrene Trainierende damit schwer. Manchmal ist es aus unerfindlichen Gründen so, dass Menschen, denen im Einzelgespräch der Augenkontakt leicht fällt, in der Gruppensituation aus dem Fenster, an die Decke oder an die Wand schauen – nur nicht in die Augen der Teilnehmenden. Guter Augenkontakt ist äußerst wichtig. Darin liegt oft der Unterschied, ob der Trainierende mit den Menschen spricht oder nur auf sie einredet.

Zur aktiven Teilnahme ermutigen
Die Ermutigung Einzelner zur aktiven Teilnahme ist eine wichtige Fähigkeit, die erlernbar ist:

•    Eine geeignete Methode ist, offene Fragen zu stellen. Vermeiden Sie Fragen, die eine eindeutige Antwort haben. Verwenden Sie lieber Fragen, die zum Nachdenken anregen und verschiedene Interpretationen zulassen. Viele Trainierende haben die Befürchtung, dass sie eine Frage stellen könnten, auf die niemand eine Antwort geben wird. Das passiert manchmal. Es kann vorkommen, dass Sie eine Frage stellen und dann den Teilnehmenden nicht genug Zeit geben, um ihre Antwort zu formulieren. Durch unsere Gespräche auf Partys und anderen Veranstaltungen haben wir es gelernt, jede Pause in einem Gespräch mit Worten zu füllen. Wenn Sie im Training also eine Frage stellen und dann fünf Sekunden lang Schweigen im Raum ist, könnte Sie das dazu verleiten, einfach weiter zu reden. Beugen Sie dem vor, indem Sie in Gedanken bis zehn zählen, bevor Sie das Thema wechseln. Meistens meldet sich jemand, bevor Sie bei acht angelangt sind.

•    Wenn Sie Probleme haben, freiwillige Wortmeldungen zu bekommen, hilft manchmal eine humorvolle Bemerkung mit einem entspannten, fröhlichen Lächeln. Die Kunst, freiwillige Wortmeldungen zu bekommen, ist eine wichtige Fähigkeit für Trainierende. Natürlich melden sich manche Teilnehmende mehr als andere, aber auch stille Menschen genießen es zuweilen, wenn ihnen Aufmerksamkeit geschenkt wird. Halten Sie Ausschau nach nonverbalen Zeichen: ein Zucken in den Augenbrauen, ein interessierter Gesichtsausdruck, eine zaghafte Handbewegung. Diese Signale bedeuten oft, dass jemand gefragt werden möchte. Andererseits sollten Sie niemanden zum Reden auffordern, der einen unwilligen Eindruck macht.

•    Lassen Sie sich von dem Schlüsselsatz leiten: Niemanden blamieren oder unter Druck setzen. Wenn Sie häufiger Probleme haben, die Menschen zur Teilnahme zu animieren, sollten Sie sich nach dem Warum fragen. Sind die Teilnehmenden gelangweilt? Ist mehr Information nötig? Sind die Fragen interessant genug, dass die Mühe des Antwortens sich lohnt? Versuchen Sie, sich in die Lage der Teilnehmenden zu versetzen.

•    Wenn die Teilnehmenden eine Frage beantworten oder ein Thema kommentieren, gehen sie ein Risiko ein. Wenn dieses Risiko auch noch bestraft wird, werden sie das nächste Mal weniger riskieren. Deshalb sollten Sie etwas Positives in der Antwort der Teilnehmenden finden. Das bedeutet nicht, dass Sie unehrlich sein und alles kritiklos hinnehmen müssen. Aber Sie sollten den Beitrag des Einzelnen würdigen. Geben Sie eine ausgewogene Antwort, die auch den Wert des Beitrags berücksichtigt.

•    Eine weitere, noch einfachere Methode der positiven Verstärkung liegt darin, sich für den Beitrag zu bedanken. Oft ist es hilfreich, wenn Sie mit eigenen Worten wiederholen, wie Sie den Beitrag des Teilnehmenden verstanden haben. Zunächst können Sie so prüfen, ob Sie den Sinn der Frage oder der Aussage richtig verstanden haben. Zweitens können Sie während der Wiederholung darüber nachdenken, wie Sie antworten werden. Drittens können Sie sicherstellen, dass der Rest der Gruppe die Aussage oder Frage verstanden hat, bevor er Ihre Antwort hört.

 Lesen Sie in unserem nächsten Newsletter den zweiten Teil!

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