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Goldene Regeln für Trainerinnen und Trainer (Teil 2)

Goldene Regeln Teil 2
© iStock: Clerkenwell

 

Was macht ein Seminar erfolgreich? Welche Regeln sollten Sie unbedingt befolgen? Rufen Sie sich mit dem zweiten Teil unserer Kurzserie vor Augen, was Sie bei Ihrer Trainerausbildung gelernt haben.

Spielen Sie nicht den Experten
Wenn Sie das versuchen, werden Sie manchen „Reinfall“ erleben. Wenn Trainierende so tun, als hätten sie alle Antworten, werden manche Teilnehmende versuchen, sie zu Fall zu bringen.

Sagen Sie der Gruppe, dass Sie auf Hilfe und Mitarbeit angewiesen sind und keinen Anspruch darauf erheben, alle Antworten zu kennen. Erwachsene Lernende fühlen sich in einem kooperativen Lernklima mit einem Trainierenden am wohlsten, den sie als Kollegen ansehen. Sie brauchen nicht den Experten zu spielen, sondern können „Mitlernender“ sein.

Manchmal versuchen Teilnehmende, Sie in die Rolle des Experten zu drängen, indem sie Antworten auf Fragen erwarten, die sie selbst nicht beantworten wollen, oder Lösungen von Problemen möchten, die sie selbst nicht lösen können. Lassen Sie sich nicht darauf ein. Geben Sie die Frage stattdessen gleich an die Gruppe weiter, etwa so: „Das ist eine gute Frage. Ich bin gespannt, wie die Gruppe darauf antwortet. Wer ist bereit, den Anfang zu machen?“ Diese Technik fördert die Teilnahme der Gruppe am Lernprozess und zwingt die Teilnehmenden, eigene Antworten zu entwickeln. Wenn Sie selbst eine schnelle, glatte Antwort geben, könnte das die Aktivität ersticken und das kreative Denken verhindern.

Geben Sie Beispiele
Jeder liebt Anekdoten und Geschichten. Sie sind die „Triebkraft der Überzeugungsarbeit“.

Wenn Sie versuchen, Ihren Teilnehmenden einen Sachverhalt abstrakt zu erläutern, können Sie zusehen, wie deren Aufmerksamkeit abnimmt. Probieren Sie dann, den gleichen Inhalt mit einem Beispiel zu erklären. Ein visuelles Beispiel sagt mehr als tausend Worte! Es wird Sie vielleicht überraschen, wie schnell die Aufmerksamkeit wieder hergestellt ist.

Gute Beispiele sind meistens echt, lebendig, situationsgemäß und auf Menschen bezogen. Wo es möglich ist, verwenden Sie am besten Begebenheiten aus Ihrer beruflichen oder privaten Erfahrung, die Sie an die Bedürfnisse der Gruppe anpassen. Anekdoten über andere können Sie auch verwenden, wenn Sie darauf achten, dass niemand brüskiert oder blamiert wird.

Halten Sie sich an den Zeitplan
Sie werden feststellen, dass das Seminar reibungsloser abläuft und unterhaltsamer ist, wenn Sie sich an den Zeitplan halten. Achten Sie auf folgende Probleme, die zu einer Planabweichung führen können:

Vermeiden Sie, dass die Teilnehmenden durch Handys gestört werden. Sie behindern den Seminarablauf und die Konzentration der Teilnehmenden. Bitten Sie die Teilnehmer, die Smartphones stumm zu schalten und wegzupacken.

l  Beginnen Sie das Seminar pünktlich. Stellen Sie sicher, dass Pausen und Schlusszeit eingehalten werden. Lässt sich ein verspäteter Beginn nicht vermeiden, halten Sie den Zeitplan ein, indem Sie die Einführung kürzen und direkt zur Besprechung des Kernthemas übergehen.

Teilen Sie den Seminarteilnehmenden mit, wann Kaffee- und Mittagspause jeweils beendet sind. Wenn einige Teilnehmende sich verspäten, beginnen Sie ohne sie. Betonen Sie bei der Ankündigung der nächsten Pause, dass die Teilnehmenden pünktlich zurückkehren sollen, da noch viele Inhalte durchgesprochen werden müssen und Sie im Zeitplan bleiben wollen.

Wenn Sie dennoch hinter den Zeitplan zurückfallen, verzichten Sie auf die Aktivitäten, die Sie bei der Vorbereitung als optional markiert haben. Wenn später noch Zeit bleibt, können Sie die Elemente, die Sie nur kurz angesprochen haben, eingehender behandeln. Denken Sie jedoch immer an den Zeitplan. Es ist viel wichtiger, das Seminar pünktlich zu beenden, als jedes Seminarelement durchzunehmen.

Überschreiten Sie bei Diskussionen den Zeitrahmen nicht. Wenn zu viele Verzögerungen auftreten, können Sie nicht alle Aktivitäten in der vorgegebenen Zeit durchführen. Begrenzen Sie Diskussionen auf ein vorher festgelegtes Zeitlimit. Wenn eine Diskussion besonders gut und lebendig ist, können Sie die Zeit bei diesem Thema verlängern. Brechen Sie die Diskussion aber danach ab. Einige Beispiele, wie Sie mit ausschweifenden Rednern umgehen und in die Länge gezogene Diskussionen abkürzen können:
„Es tut mir leid, aber wir müssen die Diskussion jetzt abbrechen. Wir können während der Pause weiter über dieses Thema diskutieren.“
„Wir sollten jetzt zum Abschluss kommen, damit wir alle anstehenden Themen behandeln können.“
„Frau Müller, würden Sie bitte das Gesagte zusammenfassen, bevor wir zum nächsten Punkt übergehen?“
„Bevor wir weitermachen, fasse ich kurz zusammen, was wir gesagt haben.“
„Die Diskussion war wirklich interessant. Ich glaube, wir sollten während der Pause weiter über dieses Thema sprechen.“

Haben Sie noch weitere Tipps für ein erfolgreiches Seminar? Einfach kommentieren!

Eine Antwort zu “Goldene Regeln für Trainerinnen und Trainer (Teil 2)”

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