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Mitarbeiterbewertung oder Glücksspiel?

Mitarbeiterbewertung oder Glücksspiel?
© iStock: adventtr

 

Forced Distribution heißt ein Konzept zur Mitarbeiterbewertung. Dabei werden die Mitarbeiter in ein vorgefertigtes Raster aus Schulnoten eingeteilt – jede Kategorie muss dabei ausgefüllt werden. Viele Unternehmen setzen auf diese Methode, schreibt der Human Resource Manager. Fairness ist dabei fraglich.

Es gibt fünf Kategorien: Von sehr gut über befriedigend bis mangelhaft. In diese sollen Abteilungsleiter ihre Teammitglieder einordnen – und das nach festen Regeln. In Kategorie 1 („sehr gut“) sollen 10 Prozent der Mitarbeiter eingeteilt werden, in die nächste Kategorie 20 Prozent, in die dritte Kategorie 40 Prozent der Mitarbeiter und so weiter. So funktioniert die Mitarbeiterbewertungs-Methode „Forced Distribution“.

Damit erreichen Unternehmen eine Verteilung der Beurteilungen, die einer Normalverteilung nahe kommt. Zu geringe Differenzen in den Beurteilungen der Mitarbeiter werden verhindert. Bleibt die Frage, wie realistisch die damit abgegebenen Bewertungen sind. Denn besteht ein Team vorrangig aus guten oder sehr guten Mitgliedern, werden sie dennoch in alle fünf Kategorien einsortiert.

Einer Befragung der Vergütungsberatung Hostettler, Kramarsch & Partner (HKP) zufolge, setzen 6 Prozent unter 140 Unternehmen auf die gezwungene Verteilung. Weitere 24 Prozent bewerten ihre Mitarbeiter nach dem Forced Ranking, einem ähnlichen Verfahren. Doch die gezwungene Verteilung hat nicht nur Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl der Beurteilten. Häufig orientieren sich auch Bonuszahlungen und Entwicklungsmaßnahmen an den Bewertungen. Ein Wettbewerb unter den Kollegen kann die Folge sein.

5 Antworten zu “Mitarbeiterbewertung oder Glücksspiel?”

  1. Mitarbeiterbewertung allein ist vielleicht für die Unternehmensführung wichtig, aber wo ist der Vorteil für die Mitarbeiter? Außerdem halte ich ein System für fraglich, wenn eine maximale Anzahl an Mitarbeitern in verschiedenen Kategorien sein muss. Die Frage, die ich mir beim Lesen dieses Beitrags gestellt habe ist: Wo bleibt die Motivation bei einem solchen System?

  2. Diese Frage haben wir uns auch gestellt. Nicht nur, dass die Mitarbeiter demotiviert werden, sondern auch, dass dadurch tatsächlich ein Wettbewerb zwischen den Kollegen entstehen kann, scheint bei dieser Methode völlig in Vergessenheit geraten zu sein. Ob Teamarbeit und gemeinsame Leistung unter diesen Voraussetzungen noch möglich ist?

  3. Ich denke, dass die Mitarbeiterbewertung schon ein wichtiges und hilfreiches Instrument sein kann. Jedoch nicht in dieser Form wie sie oben beschrieben ist. Was meiner Meinung nach zu einer fairen Bewertung führen kann: Wenn Mitarbeiter in der hierarchischen Ebene in beide Richtungen bewerten, also auch nach oben (den Chef). So könnten aus neutraler Sicher dann auch eventuelle Missstimmungen aufgedeckt werden.

  4. Sicherlich keine schöne Methode, vor allem auch weil ja kaum jemand in der Position arbeitet, die er auch für sich als geeignet sieht. Sind zuviel Faktoren, die unbewertet bleiben.

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