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Sesam, öffne dich?!

Sesam, öffne dich?!
© iStock: esolla

 

Es gibt viele Zeichen. Und viele Kombinationen. Große und kleine Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Und irgendwo in diesem unglaublichen Wirrwarr befindet sich: mein Passwort. Oder meine Passwörter. Die Benutzernamen nicht zu vergessen. Merken kann ich mir die sowieso nicht alle. Was ich aber genau weiß: Diese Passwörter verfehlen ganz klar ihren eigentlichen Zweck.

Mal eben im Online-Shop ein Buch bestellen. Kurz die Überweisung per Online-Banking tätigen. Einem Bekannten noch schnell bei Facebook gratulieren. Total praktisch ist das Internet! Käme vor dem Spaß nicht immer dieses eine Fenster. Und ich bin mir sicher, Sie kennen es auch. Ganz schlicht sieht es aus. Ja, als harmlos, könnte man es bezeichnen. Es besteht meist aus zwei weißen Zeilen, beschriftet mit den Worten „Benutzername“ und „Passwort“. Klingt einfach. Doch der Schein trügt. Denn es gibt viele von ihnen. Und jedes Fenster meiner einzelnen Accounts möchte eine andere Kombination von Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen von mir hören. Schließlich ist bekannt, dass man nie dasselbe Passwort bei verschiedenen Konten verwenden soll. Viel zu unsicher!

Naja. Jedenfalls läuft die ganze Prozedur meist folgendermaßen ab: Versuch eins. Ganz originell. Vielleicht war es ja die Kombination aus Geburtsdatum und Namen? Der Bildschirm zeigt mir ein rot blinkendes Feld: „Fehlermeldung – Passwort oder Benutzernamen ungültig.“. Okay, dann Versuch zwei. Und Versuch drei und vier. Das Ganze dauert etwa fünf Minuten. Bis ich kapituliere. Und ich sehe diesen einen Button schon förmlich grinsen.  „Passwort vergessen?“, fragt er mich. Was für eine dämliche Frage. „Ne, ich spiele gerade Mastermind mit dir. Einfach so aus Spaß.“, fauche ich den Bildschirm an. Tsss. Ich drücke den Knopf trotzdem und lasse mir mein Passwort von ihm zuschicken.

Nachdem ich mein Passwort geändert habe (16-stellig muss es sein), funktioniert alles. Immerhin erfüllt die Odyssee ihren Zweck. Oder? Schließlich sind meine Daten sicher vor diesen ganzen bösen Hackern. Die interessieren sich nämlich sicher mächtig für meinen YouTube oder Facebook-Account. Aber mal ehrlich: Die Zeitpunkte, in denen mich meine Passwörter vor Hackern schützen, sind vermutlich an einer Hand abzählbar. Denn mit der Liste meiner Lieblingsvideos bei YouTube, können die auch keinen Profit machen. Die Zeitpunkte, in denen mir meine Passwörter selbst Zugang zu meinen Accounts verhindern, sind dagegen unzählbar. Komisch. Es scheint als hätten diese Passwörter einen anderen Zweck. Vielleicht ein geheimes Programm für Gehirnjogging oder so was.

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