Organisationen durch
Menschen entwickeln!

Zum Online-Shop

So machen Sie mehr aus Ihrer Zeit

Tipps und Tricks für einen bewussten Umgang mit der Zeit

„24 Stunden sind nicht genug!“ Das war der Slogan eines 24-Stunden-Imbiss, an dem ich einmal in Leipzig vorbeikommen bin. Was hier als Werbung gemeint war, empfinden viele Menschen in unserer Gesellschaft als pure Realität. Wenn ich dann all das „Ich habe keine Zeit“, „Ich muss noch ganz schnell“ oder „Ich bin da schon total dicht“ konkret hinterfrage, wird als Ursache meist pauschal die allgemeine Beschleunigung von Tagesabläufen genannt.

Doch das ist ein Irrtum, denn unser Leben ist keineswegs schneller geworden. Durch die sich verlängernde Lebenszeit könnte man sogar von einer Entschleunigung sprechen. Ursache ist vielmehr die zunehmende Verdichtung unseres Lebens. Ein Ereignis folgt auf das nächste. Schon gleich nach dem Aufstehen erinnert uns unser Handy an den ersten Termin des Tages. Vor allem der Bereich Kommunikation lässt uns seit den technischen Innovationen Mobiltelefon und Internet und deren zunehmender Verknüpfung kaum zur Ruhe kommen.

Nichts tun – wer kann das überhaupt noch?

Das hat nicht nur mit der Veränderung der eigenen Kommunikationsmuster zu tun, sondern auch mit der Erwartungshaltung unserer Kommunikationspartner. „Ich habe dir vor einer halben Stunde ein E-Mail geschrieben, warum antwortest du nicht?“ Eine Frage, die ich so oder so ähnlich schon oft gestellt bekommen habe. Beliebt auch: „Dein Handy war aus, wo hast du gesteckt?“ Immer erreichbar sein, immer in Echtzeit kommunizieren. Und das alles, obwohl wir eine unstillbare Sehnsucht nach Ruhe haben. Unstillbar deshalb, weil wir uns selbst nicht zur Ruhe kommen lassen. Einfach nichts tun? Wer will das noch bzw. wer kann das überhaupt noch?

Dabei ist das Innehalten so wichtig für die Bewältigung der Aufgaben, die an uns gestellt werden. Denn unser Verhalten führt uns zwangsweise in den Stress. Ständig unter Strom zu stehen und selbst Urlaubstage mit Programm vollzupacken, kann fatale Folgen haben. Burnout-Syndrom ist da nur ein Stichwort. Dabei gibt es einen ganz einfachen Weg, wie man sich schützen kann: Planen Sie zwischen all Ihren Terminen und Aufgaben bewusste Pausen ein. Verabreden Sie sich mit sich selbst. Oder blocken Sie Termine mit sich selbst im Terminkalender. Wie sie diese gestalten, ist Ihnen überlassen. Am Anfang hilft es, die Pause mit einer ruhigen Tätigkeit zu füllen. Trinken Sie beispielsweise einen Tee oder machen Sie einen kleinen Spaziergang. Wenn Sie sich an die Pause gewöhnt haben, versuchen Sie sich im Nichtstun. Konzentrieren Sie sich auf sich selbst und reflektieren Sie Ihren Umgang mit der Zeit.

Die Kunst, Prioritäten zu setzen

Wem das zu esoterisch klingt, der kann seine Gedanken auf die anstehenden Aufgaben des Tages richten. Was hat die höchste Priorität, welche Dinge sind von zweitrangiger Bedeutung? Welche Aufgaben können an wen delegiert werden? Welche fallen unter den Tisch? Ganz wichtig dabei: Abschalten. Und zwar im technischen Sinne. Handy, Bildschirm und vor allem Lautsprecher aus. Keine E-Mail ist so wichtig, dass sie nicht fünf Minuten warten kann.

Überhaupt ist die Priorisierung von Tätigkeiten von enormer Bedeutung für unseren Umgang mit der uns zur Verfügung stehenden Zeit. Um Prioritäten zu verteilen, sollten Sie sich über Ihre Ziele bewusst sein. Im Privatleben kann das beispielsweise das Ziel „Möglichst viel Zeit mit den Kindern oder dem Partner verbringen“ sein. Dann müssen Termine außer Haus hinten anstehen. Nicht jedes Kind muss jeden Tag zur Musikschule, in den Schwimmkurs, zum Ballett oder in den Nachhilfeunterricht. Planen Sie abseits von Samstag und Sonntag, mindestens einen weiteren Familientag ein, an dem sie vor allem eines tun: nichts.

Im Berufsleben schwebt oft das große Ziel „Beruflicher Erfolg“ über allen anderen. Was bedeutet aber für Sie persönlich beruflicher Erfolg? Wenn Sie Ihre Aufgaben sehr gut und termingerecht erledigen? Wenn Sie zu Ihren Kollegen und Führungskräften ein gutes Verhältnis haben? Wenn Sie die Karriereleiter wieder eine Sprosse nach oben geklettert sind? Je nach Gewichtung, verlagern sie die Prioritäten.

Mut zum NEIN

Damit geht die Fähigkeit einher, auch einmal „Nein!“ zu sagen. Nein! zu den Kollegen, die Hilfe brauchen, wenn es Sie selbst in der Erledigung Ihrer Aufgaben behindert. Nein! zu Freunden, die sich mit Ihnen am Wochenende verabreden möchten, wenn Sie selbst das Bedürfnis nach Ruhe haben. Nein! zu Aufgaben, die für die Erfüllung Ihrer beruflichen Ziele hinderlich sind.

Natürlich gibt es noch viele weitere Tipps, wie man sein Zeitmanagement verbessern kann. Wichtig ist, dass Sie sich darüber klar werden, wo Sie ansetzen möchten. Legen Sie bewusst die Priorität auf die Verbesserung Ihres Zeitmanagements. Genau hierfür eignen sich die einzurichtenden Pausen ideal. Auch wenn Sie anfangs das Gefühl haben, dass Sie diese nur Zeit kosten. Es lohnt sich.

Zur Autorin:

Dr. Lana Ott ist Psychologin mit dem Schwerpunkt Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, sowie der psychodiagnostischen Persönlichkeitsforschung in den Bereichen Human Resources sowie Personalberatung. Seit 2004 ist sie in der Produktentwicklung der persolog GmbH tätig. Sie ist Co-Autorin weit verbreiteter Lerninstrumente wie das persolog Zeitmanagement-Profil oder das persolog Stress-Profil.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2018 persolog