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Vorsätze? Ein Rückblick

Vorsätze? Ein Rückblick
© iStock: klikk

 

Neues Jahr, neue Vorsätze. Die altbekannten Floskeln wie „Ich möchte mehr Sport treiben“ oder „ab jetzt gibt es weniger Süßigkeiten“, kehren in unseren Sprachgebrauch zurück. À propos Süßigkeiten: Dieses Jahr lohnt sich ein besonderer Rückblick. Es ist der 6. Dezember 2012 in der persolog GmbH. Nikolaustag.

Im Gemeinschaftsraum steht ein großer, bis zum Rand gefüllter Korb mit Schokoriegeln, Weihnachtsmännern und ein paar Mandarinen. Bevor ich Näheres erzähle: Mein Schreibtisch befindet sich neben besagtem Gemeinschaftsraum. Bei geöffneter Tür habe ich die beste Sicht in das Zimmer. Und damit auf den Korb und die von ihm mehr oder weniger offenkundig verführten Kollegen.

Da stehen sie also, die Süßigkeiten. Beim Gang zur Kaffeemaschine werden sie von den ersten Kollegen entdeckt. Freude und ein großes Interesse an den Leckereien machen sich bemerkbar. Als erstes zuzugreifen? Das scheint den meisten zu unangenehm. Über den Tag hinweg kann dem Ganzen aber doch keiner wiederstehen – ganz zu meinem Vergnügen. Denn schon nach wenigen Stunden, bilden sich drei auffallende Verhaltensmuster heraus:

1. Die Rechtfertigenden
Diese Kolleginnen und Kollegen lieben Süßigkeiten, sind sich aber auch über deren Folgen und möglicherweise ihrer Vorsätze vom Jahresanfang bewusst. Nach dem sie mehrmals am Korb vorbeigegangen sind, greifen sie sehnsüchtig zu. Ihre Auswahl ist sehr bedacht und fällt meist auf einen Schokoriegel und eine Mandarine. Noch während des Zugreifens beginnen sie mit ihrem Plädoyer. „Mensch, hier gibt es aber viele leckere Sachen. Ich nehme mir mal einen Schokoriegel. Dazu nehme ich noch eine Mandarine, es soll ja auch etwas Gesundes dabei sein“, verteidigen sie sich ohne jegliche Aufforderung. Besondere Betonung legen sie dabei übrigens auf die Wörter „einen“ (in Bezug auf den Schokoriegel) und „Mandarine“. Weniger zufrieden, aber doch stolz auf ihre Disziplin, kehren sie an ihren Schreibtisch zurück. Dort wiederholen sie übrigens ihre Ausführungen vor den Kollegen, die bei der Entscheidung nicht persönlich dabei sein konnten.

2. Die Heimlichen
Die Heimlichen wären bei meiner Untersuchung beinahe unbemerkt geblieben. Ein Stopp am Süßigkeitenkorb kommt für sie nämlich nicht infrage. Dazu sind sie entweder zu schüchtern und bescheiden oder aber sie versuchen sich selbst hinters Licht zu führen. Ganz nach dem Motto „Einmal ist keinmal“. Infolgedessen schlendern diese Kollegen besonders gemächlich oder besonders flink zum Kaffeeautomaten, um unauffällig, ja beinahe ausversehen ein oder zwei Süßigkeiten in ihr Büro zu schleusen. Das machen sie auch wirklich gut. Um aber tatsächlich unbemerkt zu bleiben, haben sie keine Möglichkeit, ihre Auswahl genau zu treffen. Dementsprechend sitzen sie schlussendlich mehr oder weniger beseligt in ihrem Bürostuhl. Dass sie bei Ihrer Mission aber völlig unbemerkt geblieben sind, ist ihnen bereits eine Genugtuung.

3. Die Bekennenden
Vorsätze bezüglich Süßigkeiten oder Gesundheit würden sie sich gar nicht erst vornehmen oder haben sie schon längst wieder über Bord geworfen. Nachdem sie beim ersten Kaffeeholen den Korb genau analysiert haben, greifen sie beim zweiten Vorbeigehen beherzt zu. Das macht ihnen auch nichts aus, weder bezüglich der Meinung anderer Kollegen, noch bezüglich der Kalorien. Dementsprechend nehmen sie die Mandarinen gar nicht erst wahr. Bepackt mit ihrem Proviant (einer breiten Palette an Schokoriegeln) und purer Zufriedenheit, kehren sie an ihren Arbeitsplatz zurück. Nach dem dritten Durchgang hat sich bei ihnen sogar eine Lieblingssorte herauskristallisiert, die sie fortan versuchen für sich zu beanspruchen. Egoistisch sind sie aber keinesfalls. Gerne laden sie die Heimlichen und Rechtfertigenden auch zum Zugreifen ein.

Der Korb und die Verhaltensweisen haben mir den Nikolaustag 2012 besonders versüßt. Bleibt zu hoffen, dass die persönlichen Vorsätze auch dieses Jahr wieder einmal nicht all zu ernst genommen werden.

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