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Last but not least: Frohes neues Jahr!

Noch liegt es wie frisch gefallener, unberührter Schnee vor uns: das neue Jahr 2011. Bevor wir so gänzlich unbedarft weiterstiefeln, ein paar nachdenkliche Vorausüberlegungen.

Es gibt nichts Neues unter der Sonne …!?
Wir haben es nicht zum ersten, sondern zum x-ten Mal erlebt: Den Übergang von einem Jahr in das nächste. Die Böller sind verstummt, die benutzten Sektgläser längst gespült, die Weihnachtsdeko ist für etliche Monate in Kisten und Schubladen verschwunden. Auch die vielen schriftlichen und mündlichen Glückwünsche geraten bereits in Vergessenheit, denn vor uns liegt harte Arbeit: Wir müssen ein neues Jahr bewältigen, dreihundertfünfundsechzig Tage Drehbuch schreiben, Regie führen und gleichzeitig auf der großen Bühne des Lebens spielen. Leben ist ein Adhoc-Theater: Es gibt keine Proben, erst recht keine Generalprobe, jede Minute, jede Stunde spielen wir live, unumkehrbar, ohne Netz und doppelten Boden, nur mit der Balancierstange der Erfahrung auf dem beängstigend dünnen Seil der Zukunftsprognosen, und wo das Seil eigentlich befestigt ist, sieht niemand. Vielleicht ist es auch gar nicht befestigt.

Nun, dass wir nicht gar so blind im neuen Jahr herumtapsen, dafür sorgen altbekannte Strukturen. Allen voran der Kalender mit durchnummerierten Wochen, mit farbig abgesetzten Sonn- und Feiertagen und natürlich mit all den planerischen Voreinträgen aus dem alten Jahr. Wenn wir genau hinschauen: So sehr viele weiße Flecken bleiben gar nicht übrig. Das könnte uns ängstigen, doch in der Regel wirkt es eher beruhigend; egal, wie neu so ein Jahr daherkommt, wir bewegen uns auf vertrautem Terrain. Quer durchs Jahr verteilt Projekte, Geschäftsreisen, Privatreisen, Konferenzen, Tagungen, Seminare und wie die Gelegenheiten alle heißen, wo Menschen Menschen treffen und jeder sich einen bestimmten Nutzen davon verspricht.

Ist Ihnen das auch schon passiert, dass Sie in einem Bahnhof oder einer Flughalle gewartet haben, den Strom hastender Menschen gesehen und sich gefragt haben: Wo kommen die eigentlich alle her, und wo wollen sie hin? Anscheinend wissen sie, wohin sie müssen und was sie dort wollen. Der Menschenstrom fließt unaufhörlich, Tag um Tag. Oder: Sie lesen morgens die Tageszeitung und fragen sich, ob Sie Ähnliches nicht schon zum hundertsten Mal gelesen haben: Hier ein Putsch, da ein Minister in Ungnade gefallen, Neuwahlen irgendwo, der Wetterbericht, der Börsenbericht, der voyeuristische Blick ins Privatleben so genannter Promis, Skandale und Skandälchen. Im Lokalteil die endlos wiederkehrenden Ehrungen verdienter Mitglieder im Vereinswesen, Geburts- und Todesanzeigen, Stellenmarkt und Mietgesuche etc. Sorry, was an dem allen ist denn neu? Gut, hier und da werden wir gestalterisch ein wenig eingreifen, uns selbst und anderen auf die Sprünge helfen. Aber auch dieses kreative Engagement hält sich meist in überschaubaren Grenzen.

„Es gibt nichts Neues unter der Sonne!“ So zu lesen in Jahrtausende alter Weisheitsliteratur. Können wir 2011 also schon abhaken? Ist dieses neue Jahr nur eine weitere vertraute Schleife im Lebenskreis? Gewiss nicht. Für jeden von uns ist jeder Tag erstmalig, einmalig und eine Chance, dieselben Dinge und Menschen des Vortags neu zu sehen, Überraschendes zu erleben. Kühe sind Wiederkäuer, Menschen nicht. Wir können Dinge anders tun, anderen Menschen und nicht zuletzt uns selbst anders begegnen. So wie heute war ich noch nie. Ich finde diesen Aspekt spannend. Ich finde das Jahr 2011 spannend. Sie auch? Frohes neues Jahr, nachträglich!

© phantom-as, MMXI

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