Organisationen durch
Menschen entwickeln!

Zum Online-Shop

Nicht nur für Radsportfreaks: Radeln für einen guten Zweck

Eigentlich könnte man für Juli Zeitung und Fernsehen abbestellen. So was von öde und langweilig und schlicht ereignislos! Ohnehin bleibt gar keine Zeit zum Lesen und Gucken, es ist ja schließlich Grill- und Badesaison. Doch ganz ohne kommen wir auch nicht aus; mehr aus Gewohnheit als aus konkretem Interesse schalten wir unsere Fernseher ein, deren Bilder uns dank der immer größeren Formate immer näher zu Leibe rücken.

Geübte Zapper, die wir sind, landen wir schnell in einem wunderschönen Landschaftsdokumentationsfilm. Irrtum, da unten bewegt sich doch was, ein langer Wurm, mal dicker, mal dünner. Ein Kamerawechsel vom Hubschrauber zum Boden klärt auf: Da ist sie wieder, unsere innig geliebte und genauso innig verachtete Tour de France! Vorneweg die neuen sauberen Hoffnungsträger in porentief sauberen Trikots. Da hat die Tour-Leitung im Vorfeld ordentlich ausgemistet und sehr darauf geachtet, dass nur integre Teams mit gutem Namen und ehrlichen Absichten eine Startgenehmigung bekommen. Die meisten Gesichter kommen einem zwar merkwürdig bekannt vor, aber geläutert sind sie alle. Na ja, die meisten oder einige zumindest. Wer sich wie ich eher für atemberaubende Landschaften, für historische Orte und die liebenswürdige Kultur unserer Nachbarn interessiert, dem ist es sowieso egal, wer da „stoned“ oder „clean“ durch die Natur radelt. Alles nur wegen einem gelben Leibchen! So was in der Art kriege ich in jedem Sportgeschäft, dafür muss ich wirklich keine Tort(o)ur auf mich nehmen. Für die Radsportfreunde, die sich „ihre Tour“ einfach nicht kaputt reden und kaputt machen lassen wollen, finde ich es schon schön, dass Eurosport täglich live überträgt, wie in der guten alten Zeit, als die drahtigen Kerle nichts anderes als Müsliriegel und angereicherte Brausegetränke bekamen. Auch die moralisch Entrüsteten von ARD und ZDF sind vom strikten Gebot der Enthaltsamkeit wieder ein Stückchen abgerückt und senden zeitversetzt (Strafe muss sein!!) ausführliche Zusammenfassungen, mit Analysen, Interviews, Kommentaren … Meine Tageszeitung profitiert ebenfalls von der Tour-Berichterstattung. Sonst würde sie zu einem Vierseiter verkümmern. Hab‘ meine Zeitung neulich erst beim zweiten Hingucken in der Rolle entdeckt, so dünn war sie.

Langer Rede kurzer Sinn: Ohne Tour de France bräche unsere Medienwelt im Juli regelmäßig komplett ein. Sogar der August ist mitgerettet, weil ein neugieriger Schnüffler sich nachträglich in Mülleimern umgeschaut hat. Den Radlern sei Dank gibt es auch in diesem Sommer nicht nur Bratwurst und Baggersee. Ein bisschen Anregung für den Geist muss auch sein …

© phantom-as, persolog GmbH, MMIX

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2020 persolog